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thomas wiesen // mai 07 // grafik & malerei

thomas wiesen
Thomas Wiesen über Thomas Wiesen:
Ich bin eine ziemlich typische Jungfrau, geboren am 17. September 1977 in Mönchengladbach. Ich habe auf der Grundschule und auf dem Gymnasium nie Bock auf Kunst gehabt, weil ich es gehasst habe, wie die Lehrer versucht haben, uns Intentionen in Bildern aufzuschwatzen. Ich halte nicht viel von Bilddeutungen, es sei denn sie kommen vom Künstler selber. Deshalb packe ich zwar meine Intention in Bilder und versuche sie auch entsprechend dem Betrachter zu vermitteln, lasse dem Betrachter allerdings seinen Freiraum, sich seine eigene Welt im Bild zu basteln.

der Gezeichnet hab ich schon immer. Angefangen hat alles damit, dass ich in der Grundschule kariertes Papier farbig (Kästchen für Kästchen) ausgemalt habe. Kurz danach hab ich angefangen aus Comics (Clever & Smart, Bugs Bundy, Simpsons etc. pp.) sowie Endgegner aus Gameboy-Spielbeschreibungen abzuzeichnen, nicht abzupausen! Zeitgleich habe ich angefangen meine Transformers-Spielzeuge abzuzeichnen und habe schon damals bei einem damaligen Bekannten stundenlang in der Firma vor der CAD-Anlage gehangen und von selbigen meine eigenen technischen Zeichnungen erstellt - natürlich nicht nach DIN und ISO.

Mit der Zeit auf dem Gymnasium trieb es mich Richtung Graffiti, wo ich aber nicht lang bei geblieben bin, weil mir einfach die Leute fehlten, um draußen was zu starten. Also blieb ich zunächst beim Papier und fing an, mir meine eigenen Figuren zu schaffen. Ende des Gymnasiums bekam ich dann Bock auf Kunst, weil die Lehrer endlich einsahen, dass man mich besser nicht an der kurzen Leine hält. So durfte ich pünktlich zum Abi (1998) meine eigenen Projekte zum Thema Pop-Art starten und bastelte ein circa sechs Meter langes und 2,5 Meter hohes Graffiti, welches sich immer noch in der Schule befindet. Mit der Ausbildung bei Achter & Ebels in Mönchengladbach zum Produktgestalter-Textil wurde ich dann an weitere Zeichenarten herangeführt.

Wir Auszubildenden hatten einen Tag in der Woche, an dem wir uns zeichnerisch austoben konnten und das war dann auch mein "Toll- und Spieltag". Hier habe ich mich hauptsächlich mit Naturstudien beschäftigt, daraus aber angefangen, meine ersten naturalistischen eigenen Bilder zu kreieren. Mit Ende der Ausbildung habe ich mich dann an der Fachhochschule Düsseldorf beworben und hier war dann der Zeitpunkt, wo alles aus dem Ruder lief und mein Knoten geplatzt ist. Alle Schranken, über die ich zuvor beim besten Willen nicht drüber kam, brachen entzwei, weil ich das große Glück hatte, Professoren kennen zu lernen, die es verstanden hatten, das aus mir herauszuholen, wonach ich zuvor verzweifelt gesucht hatte. So bewältigte ich bei einer phantastischen Kunst-Professorin eine Art Maltherapie, in der ich einen Autounfall verarbeitete, bei dem ich zwischenzeitliche den Löffel abgegeben hatte.

Diese Maltherapie rettete mir nicht nur das Leben, sondern führte mich auch an die Leinwandmalerei heran und die Professorin quetschte aus mir heraus, was es herauszuquetschen gab. Hierdurch platzte der Knoten in meiner Hand und sicherlich auch in meinem Kopf. Auch mein Illustrationsprofessor verstand mich zu händeln, so dass ich ab 2005 richtig anfing eigene Illustrationen und ab Ende 2005 eigene Leinwände zu entwickeln. Der Unfall ist für mich mittlerweile nichts mehr Schlimmes mehr, sondern im Gegenteil, das Wunderbarste, was mir in meinem Leben passiert ist. Denn dadurch veränderte ich mich, bekam mehr Weitblick, Ansporn und Trotz, welche für meine Arbeit mittlerweile unabdingbar geworden sind.

Mit diesem Vorgang entwickelte sich in mir der Drang Texte zu schreiben, welche ich mit meinen Bildern kombinierte. Dies war eine gute Möglichkeit für mich, mir noch besser Luft zu verschaffen, denn Jungfrauen haben nun mal die Angewohnheit, sich die Probleme der Welt zu den Eigenen zu machen. Das hätte mich bis voriges Jahr noch fast erdrückt, aber dann begann ich polit- und gesellschaftskritische Satiren zu zeichnen und dazu Texte zu schreiben, welche ich unter anderem in einem Kalender zusammengefasst habe.

Die meisten meiner Bilder verarbeitete ich zudem in Büchern, bei denen es meist darum geht, dass ich den Menschen zeigen möchte, das viele Gedanken unglaublich absurd sind, zum Beispiel, man sei selbst das perfekte Wesen mit den einzig richtigen Ansichten..., die Annahme, die eigene Realität sei die einzig Wahre..., die Menschen seien die Krönung der Schöpfung..., man bräuchte all den Schrott, den man durch die Medien hineingedrückt bekommt... und einen Glaubenskrieg mit falschen vorgeschobenen Motiven zu führen, würde Sicherheit bringen und George W. Bush sei der Retter der Demokratie... Dabei bediene ich mich meist des Mittels der Überspitzung und Realitätsverdrehung, durch welche der Betrachter dann zum Schluss allerdings trotzdem, hoffentlich, etwas klüger und stärker in die Realität zurückkehrt. Frei nach dem Motto: "Künstler lügen um die Wahrheit zu vermitteln, Politiker lügen um die Wahrheit zu verschleiern!"

In diesem Zuge habe ich mich 2006 mit der Choreographin Yvonne Korbela, der Tanz-Theatergruppe IMAGE zusammengetan, mit welcher ich und der Co-Regisseur Dennis Schmitz ein Theaterstück auf die Beine gestellt haben (Moving Art), welches bis dato im Theaterspielplatz Rheydt, im Erasmus-Gymnasium Grevenbroich und in der Sporthochschule Köln zu sehen war und in der nächsten Zeit höchstwahrscheinlich wieder anlaufen wird. Hier werden einige meiner Bilder auf die Bühne projiziert und das wundervolle Ensemble spielt damit und erzählt eine Geschichte. Eine Geschichte über Themen, mit denen sich jeder bereits in seinem Leben auseinander setzen musste, Gefühlen mit denen man sich nach einem Schicksalsschlag auseinander setzen muss und Gesellschafts- und Politkritik. Hierbei verarbeitet jeder von uns sein eigenes Leben und auch bei den meisten Zuschauern ist dieser Effekt aufgetreten.

Aber ich mache auch "leichtere" Sachen, vor allem auf Leinwand male ich mittlerweile Sachen, die eigentlich keinen Sinn machen, sondern einfach nur dazu da sind, dem Betrachter zu gefallen. Die Hauptsache ist: Das Bild muss immer etwas von mir selbst bleiben und auch etwas von mir selbst transportieren. Und wenn es nur Nonsens ist.

Während und nach dem Studium habe ich versucht meine Fähigkeiten in alle erdenklichen Richtungen auszuweiten, so dass ich mittlerweile alles anmale, was mir in die Finger kommt, was mich somit immer wieder in die Gefilde von Objektdesign und Raumgestaltung führt. Außerdem experimentiere ich wo und wie es nur geht, vermische Techniken miteinander wo nur geht und gebe mich dabei nur bedingt Regeln hin.Last but not least gehört natürlich auch die Rechnerarbeit dazu...sprich Flyer, Plakate, Geschäftsausstattungen, Fotoarbeiten. Seit Mitte 2003 bestreite ich ein Gewerbe, welches es mir ermöglicht Aufträge sämtlicher Art anzunehmen. Seit April dieses Jahres bin ich zusätzlich noch fest in einer Softwarefirma angestellt, für die ich Oberflächen-Designs entwickle. In Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen habe ich zusätzlich einen Sympathieträger (das Persicope) entwickelt.



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